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Sat-ND, 15.3.96




Sat-ND -- Informationen zur europäischen Satelliten- und Medienszene

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Peter C. Klanowski, Fax +49-451-5820055, pck@LyNet.De

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Nachrichten vom 15.3.1996

Rendez-Vous im C-Band
Der Erotiksender Rendez-Vous ("Tout Les Plaisirs. Toutes Les Nuits") hat 
seit dem Beginn seiner Ausstrahlung am 1. September 1995 nach eigenen 
Angaben bereits 15.000 Abonnenten in Europa für sich gewonnen. Daneben 
zielt man auf die 30.000 zahlenden Kunden, die XXX T.V. Erotica auf 
EUTELSAT II-F3 versammelt hatte, bevor der Sender sich aus 
wirtschaftlichen Gründen verabschiedete. Zu dem Zweck hatte man auf dem 
XXX-Transponder Ausschnitte des eigenen Programms versendet (aber nur 
"très soft",) der praktischerweise auch das selbe Verschlüsselungssystem 
wie das verblichene XXX nutzt (D2MAC Eurocrypt.) Offenbar erfolgreich, 
denn rund 5.000 gingen auf das Angebot mit Preisnachlaß auf die smart 
card ein. Der Sender selbst schätzt, für einen wirtschaftlichen Betrieb 
insgesamt 25.000 zahlende Kunden zu benötigen.
Jetzt nimmt man neue Märkte aufs Korn: Der Sender kündigt für den April 
die Aufschaltung auf einen C-Band-Transponder von GORIZONT 31 an, 
derzeit bei 39,2 (nominal: 40) Grad Ost. Gesendet wird dort für Asien 
und Teile Afrikas, wiederum in D2MAC und in Eurocrypt-Verschlüsselung. 
Ebenfalls ab April will man eigenen Angaben zufolge ab 1.05 Uhr in 
unverschlüsseltem PAL senden und dabei harmlosere Ausschnitte aus den 
Programmen zeigen, bis dann um 1.15 Uhr auf Hardcore und verschlüsseltes 
D2MAC umgestellt wird.

COMSAT sauer
Der Fehlstart von INTELSAT 708 hat ein gerichtliches Nachspiel. Nach dem 
chinesischen Feuerwerk, in dem nicht nur ein halbes Dutzend Menschen 
umkamen, sondern auch besagter Satellit verlustig ging, gab Rupert 
Murdochs News Corp. die dortens gemietete Transponderkapazität 
kurzerhand zurück, Und das, obwohl mit INTELSAT 707 ein Ersatzsatellit 
bereitstand. Der INTELSAT-Signatar COMSAT fand das gar nicht witzig und 
reichte jetzt im US-Bundesstaat Maryland Klage gegen Murdoch und Partner 
(Grupo Televisa, Mexiko, und PanAmSat, USA) wegen Vertragsbruchs ein. Es 
geht dabei um einen Schaden von 250 Millionen Dollar plus 
Konventionalstrafe. PanAmSat kommt in Spiel, weil Murdochs 
lateinamerikanischer Fernsehpartner zufällig rund 40 Prozent dieses 
Satellitenbetreibers besitzt. Man braucht also nicht viel Fantasie, um 
sich vorzustellen, wo das Fernsehpaket jetzt landen wird. Beide hätten 
News Corp. zum Vertragsbruch verleitet, so der Vorwurf von COMSAT. 

Satelliten für die Prinzessin
Lange haben wir nichts mehr vom Inselreich Tonga, seinem dicken König 
Taufa'ahau Tupou IV und seiner schönen Tochter, Prinzessin Pilolevu 
Tuita, gehört. Ebensowenig von der blühenden Satellitenindustrie des 
rund 100.000 Einwohner zählenden Landes. Diese Industrie muß es geben, 
ist die Prinzessin doch Chefin von Tongasat. In Ermangelung eigener 
Satelliten macht man allerdings Geschäfte anderer Art und verkauft die 
sieben von der Internationalen Fernmeldeunion ITU zugeteilten Slots im 
geostationären Orbit einfach an andere Interessenten. Die sind mehr oder 
auch minder seriös, wie Pilolevu Tuita beim früheren Partner Rimsat 
feststellen mußte, einem inzwischen bankrotten US-Unternehmen. Die 
energische Prinzessin hat inzwischen die US-Vertreter aus ihrem 
Unternehmen entfernt - sie waren allesamt auch an Rimsat beteiligt. 
Interessenten für die Tonga-Slots gibt es einige: Zwei Positionen hat 
die östliche Satelliten-Organisation Intersputnik gekauft, eine wird von 
APSTAR genutzt, eine weitere von einer US-Firma namens Patrick 
Corporation. Die hat dummerweise auch keinen eigenen Satelliten, aber 
was nicht ist, kann ja noch werden. Das wäre es auch schon gewesen und 
keine Meldung wert, wenn es da nicht einen Haken gäbe. Innerhalb eines 
bestimmten Zeitraums muß Tonga seine Slots mit echten Satelliten belegt 
haben. Wenn nicht, verfallen die Reservierungen. Willige Partner hat man 
zwar in Rußland gefunden. Dort liefert man gerne weitere Satelliten für 
Tonga, aber nur gegen Geld. Und das hat keiner der beiden Partner, 
weswegen man händeringend nach Investoren sucht. Den Worten der 
Satellitenprinzessin zufolge wird Tonga notfalls auch als Betreiber von 
Satelliten russischen Ursprungs auftreten, anstatt nur Orbitpositionen 
zu vermieten. 

Alle reden vom Wetter
Ein Wetterkanal kündigt sich für Benelux an: Het Weerkanaal will am 1. 
Juli starten. Einer der Betreiber, Meteo Consult in Wageningen, hatte 
Pläne für einen solchen Sender seit längerer Zeit in der Schublade, doch 
fehlten finanzstarke Partner. Einen solchen hat man nun offenbar im 
amerikanischen Weather Channel gefunden (der auch an der Dia-Schau von 
Wetter- und Reise-TV auf DFS 3 Kopernikus beteiligt ist.) Verbreitet 
wird das 24-Stunden-Programm, das in Niederländisch gesendet wird, 
voraussichtlich digital. (Jitse Groen/pck)


Web Watch

EUTELSAT's debut on the World Wide Web had been expected for some 
months. The server www.eutelsat.fr was known to name servers although 
nothing could be seen there. Now, the European satellite and 
telecommunications organisation finally got its Web site up and running, 
although the URL is slightly different. It's all in English, it's nice 
to look at, and it's got everything you would expect from EUTELSAT. You 
can check the TV and radio channels on EUTELSAT, read press releases, 
get information on their satellites, and receive technical documents in 
PDF format. In order to view them, you must install Adobe's Acrobat 
reader first. Well, what else is available there for satellite freaks or 
Web surfers? Absolutely nothing, unfortunately. Right now, it's just 
another "We are... We offer..." site.
http://www.eutelsat.org/


Außerdem...

Auf EUTELSAT II-F1 (13 Grad Ost) sollte heute auf 11,080 GHz v 
bekanntlich ein französisches Digital-TV-Paket starten. Tat es aber 
nicht, was aus der Tatsache zu ersehen ist, daß auf dem Transponder 
weiterhin analog gesendet wird. Nun könnte man theoretisch zwar ein 
einziges Programm in MPEG-2 zusätzlich auf den Transponder quetschen, 
nur ist das noch kein Paket. Physikalischen Gesetzmäßigkeiten zufolge 
ist auf dem Transponder derzeit also überhaupt nichts Digitales. (pck)

Das französische AB Digital-Paket mit bis zu 12 Spartensendern sollte 
heute ebenfalls auf EUTELSAT II-F1 starten, genutzt werden nach 
Eutelsat-Angaben Transponder 11,638 h und 11,669 h. (Stefan Hagedorn)

Hinter atv auf EUTELSAT II-F2 (10 Grad Ost,) 10,989 GHz, h, wurde auf 
7,38 MHz wieder Yeny Radio aufgeschaltet, teilte OM Fieger mit. Dafür 
waren heute auf 7,20 und 7,56 MHz beide türkische Radios nicht zu hören. 
Mal sehen, wie es morgen aussieht. (Norbert Schlammer)

Nach den wiederholten Programmtrailen von Rendez-Vous (siehe oben) auf 
EUTELSAT II-F3 (16 Grad Ost) tauchte am Abend auf 11,163 h ein Testdia 
eines anderen Erotik-Programms auf. Nämlich das des "Playboy Channel", 
der regulär jede Nacht auf ASTRA verschlüsselt sendet. Bislang waren 
allerdings keine Sendungen des Kanals auf dieser Frequenz zu beobachten. 
(Stefan Hagedorn)

Seit letzter Nacht ist art 1 nicht mehr über 11,646 GHz, h, auf PAS-4 
(68,4 Grad Ost) zu sehen. Über ARABSAT 1DR (ex-TELSTAR 3A, 20 Grad Ost) 
ist das Programm wie bisher auf Sendung. (Norbert Schlammer)


Thanks to our contributors --

Stefan Hagedorn: 100702.350@compuserve.com 
Norbert Schlammer: 100415.3560@compuserve.com
Jitse Groen: jgl@dds.nl

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