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Sat-ND, 5.3.96




Sat-ND -- Informationen zur europäischen Satelliten- und Medienszene
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Nachrichten vom 5.3.1996

Endgültig: Kirch ist draußen -- Zwei Decoder kommen
Den Stand im Decoderstreit kann man an den Treffen der 
Multimedia-Betriebsgesellschaft (MMBG) ablesen. Genauer gesagt, an den 
Teilnehmern und Nichtteilnehmern. Nachdem beim letzten Mal nicht nur die 
KirchGruppe durch Abwesenheit glänzte, sondern auch die Vebacom, war es 
eigentlich klar: Es gibt einen weiteren Aussteiger. Zusammen mit dem 
Handelsriesen Metro will die private Telekommunikationsgesellschaft 
Vebacom eine eigene Digital-TV-Gesellschaft gründen und, so ein Zufall, 
Leo Kirchs d-box verwenden. Der hat, nachdem es noch letzte Woche anders 
klang, inzwischen klargestellt, an der MMBG (dort sind neben der Telekom 
praktisch alle anderen TV-Sender beteiligt) nicht teilzunehmen. 
Stattdessen will er die Dienste von Metro/Vebacom in Anspruch nehmen, 
die auch anderen Sendern offenstehen soll. Das allerdings dürfte eher 
pro forma zu verstehen sein, Interesse daran dürfte lediglich bei 
Sendern aus dem Kirchschen Dunstkreis bestehen.
Die Notfallplanungen in der MMBG sahen vermutlich eine Aufstockung des 
Telekom-Anteils auf 51 Prozent vor, damit auch ohne Vebacom die Mehrheit 
auf Seiten der Netzbetreiber liegt. Das wird möglicherweise nicht mehr 
nötig sein, denn als neue Gesellschafter der MMBG werden die 
Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke (haben ein eigenes 
Kommunikationsnetz,) British Telecom und France Telecom gehandelt -- und 
auch die Daimler-Benz-Tochter debis, die eigentlich für die d-box-Gruppe 
die Abrechnung erledigen sollte.

 Krach beim Digital-TV auch in den Niederlanden: Die Firma Philips hat 
Lieferschwierigkeiten mit den von Nethold bestellten Decodern. Man hätte 
die Geräte im Wert von insgesamt 400 Millionen Gulden gerne im April. 
Auch hier steht die Frage nach verschiedenen Decodern im Vordergrund: So 
ist Philips am geplanten Sportkanal beteiligt und möchte 
verständlicherweise lieber einen Decoder für den kompletten Markt statt 
zwei. Das wäre dann gleichzeitig der Decoder, den Philips auch in die 
meisten Ländern Europa liefert -- was viele Fernsehfans glücklich machen 
dürfte. (Jitse Groen)


FSW-1 vor dem Absturz
Wann kommt er denn nun, der FSW-1 genannte chinesische Spionagesatellit? 
Wissenschaftler sind sich jetzt einig: Am nächsten Wochenende, zwischen 
dem 10. und 13. März. Meldungen der Europäischen Raumfahrtagentur, 
wonach es schon am Donnerstag soweit sein solle, ließen sich nicht 
bestätigen. Und auch ansonsten weiß man nichts Genaues: Die Vorhersagen 
reichen vom fast völligen Verglühen (mit Ausnahme einiger Teile des 
Hitzeschildes) bis hin zu Kratern mit 20 Metern Durchmesser, die beim 
Aufschlag entstehen sollen. Die Unsicherheit läßt sich erklären: Zwar 
ist der Hitzeschild des Satelliten gefährlich, weil er das Verglühen 
beim Eintritt in die Erdatmosphäre verhindern sollte. Die Fluglage von 
FSW-1 ist jedoch völlig instabil, so daß sich nicht vorhersagen läßt, ob 
die Abschirmung auch funktioniert.


Und noch ein US-Digitalpaket
Tee-Comm hat den Start seines AlphaStar über TELSTAR 402R (89 Grad West) 
auf den 31. März gelegt. (Verwirrenderweise nennt man diesen Satelliten 
in Pressemitteilungen SKYNET, weil das wohl aufregender klingen soll, 
aber leider zu Verwechslungen mit völlig anderen Trabanten führen kann.) 
Besonderheiten: Gesendet wird in MPEG 2 -- man darf hoffen, daß das 
klappt, denn ein kanadisches Digital-TV-Paket lehnte jüngst die 
Tee-Comm-Decoder als untauglich ab. Und als erstes Paket seiner Art 
erreicht man tatsächlich sämtliche 50 Staaten der USA. 120 Kanäle sollen 
es in diesem Jahr werden, 200 im Jahr darauf. Das Standardpaket mit 91 
Kanälen soll 30 Dollar im Monat kosten.

 MCI Communications kauft zwei Loral-Satelliten für sein 
Direktstrahlsystem, das unlängst von der Aufsichtsbehörde FCC genehmigt 
worden war. Die Programme sollen von Rupert Murdochs News Corp. kommen, 
an der sich MCI mit 2 Milliarden Dollar beteiligt hatte. Dagegen sind 
die beiden Satelliten billig: Man rechnet für das System insgesamt mit 
weniger als 500 Millionen Dollar. Es soll 1998 einsatzbereit sein.


Österreich-England-Österreich
Wenn's im eigenen Land nicht klappt mit dem Privatfernsehen, dann geht 
man halt nach London. Dort wird alles genehmigt, was man sich überhaupt 
nur denken kann - mit Ausnahme von Sex-Sendern. Und so wird man es wohl 
auch in Österreich halten, wo ein Programm namens X-1 innerhalb der 
nächsten Monate damit beginnen will, den deutschen DFS 2 anzustrahlen, 
der seinerseits den "regulären" Uplink in London für eine 
EUTELSAT-Abstrahlung bedienen soll. Der Normalzuschauer wird von alledem 
jedoch nichts mitbekommen, denn es geschieht volldigital. (Jitse 
Groen/pck)

BBC bleibt im Kabel
Die Kabelgesellschaften in den Niederlanden wurden freundlich von 
US-Network ABC und Pay-TV FilmNet gebeten, am 25. und 26. März doch 
jeweils die BBC aus ihren Netzen zu entfernen, jedenfalls so lange die 
Übertragungen von der Oscar-Verleihung laufen. Kühle Antwort der 
Kabelbetreiber: Man dächte nicht einmal daran, denn schließlich sei man 
durch den Vertrag mit der BBC zur Ausstrahlung der kompletten Programme 
von BBC 1 und 2 berechtigt. (Jitse Groen)

Ajax-TV
Bekanntlich will Ajax Amsterdam nicht so wie die meisten anderen Vereine 
im niederländischen Fußballverband, was den geplanten Sportsender 
angeht. Prompt hat sich die im Kampf um die Übertragungsrechte 
unterlegene NOS beim Verein gemeldet und will ein 'AJAX sportjournaal' 
auflegen. Beim sportjournaal handelt es sich, bisher jedenfalls, um 
Sportnachrichten von bis zu zehn Minuten Länge. (Jitse Groen)

Wo bleibt CNBC? 
Auch am Montag war auf dem ASTRA-Transponder von NBC nur das 
Mischprogramm aus CNBC und NBC Super-Channel zu sehen. Trotzdem laufen 
weiter die Trailer, daß im März das 24stündige CNBC via ASTRA starten 
wird. Das Programm von NBC Super-Channel wird dann nur noch über 
EUTELSAT II-F1 (13 Grad Ost) zu sehen sein. (Marc Ruenger)

Sparkurs
Der World Service der BBC muß mal wieder sparen. Um zehn Prozent sollen 
die Kosten zurückgefahren werden, und das bedeutet automatisch die 
Einstellung einiger fremdsprachiger Dienste, wenn die Qualität der 
restlichen Programme nicht leiden soll. 

Sport kostenlos
Der neue Sportsender auf ASTRA, FilmNet SuperSports, wird vorerst nicht 
zum Pay-TV. Grund: Die Kabelnetze in den nordischen Länder wollen ihn 
ganz einfach nicht. Ob es bei der Abstrahlung in D2-MAC bliebt, ist 
schon eher zu bezweifeln; auf jeden Falls wird SuperSports auch in ein 
FilmNet-Digitalpaket kommen -- zusammen mit FilmNet-1, FilmNet-2, 
Hallmark und anderen Sendern. (Jitse Groen)

TV 3 Schweden codiert 
Wie angekündigt hat nun auch TV3 Schweden auf SIRIUS 1 (5,2 Grad Ost) 
seinen uncodierten Sendebetrieb eingestellt. Der Sender kann nun 
ausschließlich, wie auch TV6/TVG und ZTV, in D2 MAC/Eurocrypt über 
Transponder 12,092 rz empfangen werden. Der bisher für die 
PAL-Abstrahlung genutzte Transponder 11,785 rz wird in Kürze vom neuen 
Sportkanal des Kinnevik-Konzerns belegt, der ebenfalls in D2 
MAC/Eurocrypt verschlüsselt wird. Informationen zur Umstellung sind auf 
Teletext-Tafel 166 der genannten Programme zu finden. (Stefan Hagedorn)

ITV weg?
Nachdem auch heute vormittag nichts mehr von ITV auf GORIZONT 24 (80 
Grad Ost,) 11,525 GHz rz zu sehen war, kann wohl davon ausgegangen 
werden, daß es dort nicht mehr sendet. Zeitgleich mit der Abstrahlung 
über zwei Transponder auf GALS 1/2 (71 Grad Ost) ging auch auf diesem 
Transponder um 16.00 Uhr ntw auf Sendung. Bis dahin gab es dort nur ein 
Testbild. (Norbert Schlammer)


Thanks to our contributors --

Stefan Hagedorn: 100702.350@compuserve.com 
Norbert Schlammer: 100415.3560@compuserve.com
Jitse Groen: jgl@dds.nl
Marc Rünger: MRuenger@aol.com

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